Lauter, schriller, billiger

Medien | aus FALTER 16/10 vom 21.04.2010

Die Qualitätsmedien stehen am Abgrund, die Schreihälse geben den Ton an, erklärt der Soziologe Kurt Imhof

Interview: Ingrid Brodnig

Wie schädlich sind schlechte Medien für die Demokratie? Dazu forscht der Schweizer Kurt Imhof. Sein Urteil ist ernüchternd. Der Soziologe attestiert der Medienlandschaft einen Qualitätszerfall seit den Siebzigerjahren, der sich nun auf Politik und Gesellschaft auswirkt und Rechtspopulisten beflügelt. Welche Lösungen es geben könnte und welche Rolle das Internet dabei spielt, erklärt er im Gespräch.

Falter: Herr Imhof, bei Ihren Thesen bekommt man den Eindruck: Wir verdummen alle und schuld sind die Medien. Was läuft in Ihren Augen falsch?

Kurt Imhof: Durch die Kommerzialisierung ist das Qualitätsbewusstsein für Journalismus verlorengegangen. Dieses Bewusstsein, dass guter Journalismus die Voraussetzung für Demokratie ist. Aber wenn wir von Schuldigen sprechen, sollten wir die Verhältnisse nicht vergessen: Tatsächlich haben die Medien nicht mehr


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