Auf der Suche nach einer durchgebrannten Glühbirne

Feuilleton | aus FALTER 16/10 vom 21.04.2010

Reparieren für eine bessere Welt: Der Schweizer Künstler Roland Roos hinterlässt gewechselte Reifen und geflickte Zäune

Reportage: Matthias Dusini

Die Tarnmethoden von Künstlern im Großstadtdschungel werden immer raffinierter. Vorbei sind die Zeiten, als vermummte Sprayer über Fassaden kletterten. Der Schweizer Künstler Roland Roos etwa läuft tagsüber als Handwerker mit Werkzeugkoffer durch die Stadt. Er stellt auch keine unnötigen Skulpturen her, sondern repariert: In Wien wechselte er einen Reifen, flickte am Donaukanal einen Zaun und eine jener Stangen, die bei Schneefall den Passanten vor Dachlawinen warnen. „Bei Stangen muss man aufpassen; davon gibt es in der Kunstgeschichte jede Menge.“

Seit zwei Jahren ist Roland Roos, Jahrgang 1974, nun bereits für das Projekt „Free repair“ unterwegs. Bald hat er die auf 100 Reparaturen angelegte Serie abgeschlossen.

Die Dauerbrenner unter den städtischen Lecks – kaputte Lichter und defekte Beschriftungen – hat er längst in


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