Servus, Griaß Eich!

Feuilleton | aus FALTER 16/10 vom 21.04.2010

Der Musikanten-stadl zwischen heiler Welt und Mauerfall. Die Geschichte eines Phänomens

Reportage: Martin Gantner

Es gibt im Leben a Zeit, da ist man sehr gerne bereit, die Sorgen wegzusperren und da Musi zuzuhören. Andy Borg neigt den Kopf leicht zur Seite. Mit der linken Hand beschreibt der Stadl-Chef einen großen Bogen, als machte er weit hinten, wo die Zuschauer auf den billigsten Plätzen sitzen, einen fernen Sonnenuntergang aus. 2800 Zuschauer beginnen allmählich zu schunkeln. Denn Schunkeln ist gmiatlich. Schunkeln ist fein. Schunkeln ist lustig, drum hängts euch gleich ein.

Punkt 20.15 Uhr, Samstagabend. Musikantenstadl im Olympia-Eisstadion im deutschen Garmisch-Partenkirchen, Anfang März. Das Diktat der guten Laune hat soeben begonnen. Wie a Blitz, kommt jetzt die Stimmung auf und alle sind gleich super drauf. Im Publikum sitzen Gamsbärte neben Dirndln, Großeltern neben ihren Enkeln, Anzug- neben Jeans- und Trachtenträgern. Die meisten hier trinken Bier oder Stadlwein vom


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