Der Wiener Wald ist nicht der Wienerwald

Feuilleton | aus FALTER 16/10 vom 21.04.2010

Horváths „Geschichten aus dem Wiener Wald“ ist ein Lieblingsstück der Wiener. Das war nicht immer so

Erfolgsgeschichte: Wolfgang Kralicek

Die „Geschichten aus dem Wiener Wald“ sollten ursprünglich in München spielen. Das dort angesiedelte Fragment „Die Schönheit aus der Schellingstraße“ gilt als erste Vorstufe zu einem der großen Hits des österreichisch-ungarisch-bayerischen Dramatikers Ödön von Horváth (1901–1938).

Ob die „Geschichten“ in der Münchner Version ähnlich erfolgreich gewesen wären, darf bezweifelt werden. Der Ort der Handlung spielt in diesem „Volksstück“ nämlich eine zentrale Rolle: Horváth stellt die Tragödie der jungen Marianne, die von bigotten, brutalen Kleinbürgern aufgerieben wird, in ein Setting aus idyllischen Postkartenbildern; zu den Schauplätzen gehören eine „stille Straße“ im achten Bezirk, die „schöne blaue Donau“ und natürlich ein Heuriger.

Nein, man kann sich die „Geschichten“ ohne Wien eigentlich nicht vorstellen.


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