„Der Schleier ist eine Art Reizwäsche“

Feuilleton | aus FALTER 16/10 vom 21.04.2010

Die Filmemacherinnen Sudabeh Mortezai und Nathalie Borgers über die Situation von Frauen im Islam – und andere Missverständnisse

Interview: Sibylle Hamann

Im Café Frauenhuber sitzen zwei Frauen, die Erfahrungen aus knapp einem Dutzend Kulturen mitbringen. Beide drehen in verschiedenen Ecken der Welt Filme. Nathalie Borgers hat zuletzt Frauen vom Nomadenvolk der Toubou durch die Sahara begleitet. Sudabeh Mortezai hat sich im Iran angeschaut, wie „Zeitehen“ im Alltag funktionieren. So verschieden das Setting ihrer Filme ist, haben sie doch einiges gemeinsam: Beide spielen in islamischen Ländern, in beiden geht es um die Beziehung der Geschlechter, und beide richten ihren Blick auf gesellschaftliche Nischen, in denen die üblichen Regeln außer Kraft gesetzt sind.

Falter: Die Frauen in Ihren Filmen haben alle etwas auf dem Kopf.

Sudabeh Mortezai: Sie haben auch alle etwas im Kopf.

Nathalie Borgers: Die meisten Menschen auf der Welt tragen etwas auf dem Kopf. Die Toubou-Frauen schützt


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