Ins Mark

Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 16/10 vom 21.04.2010

Gerlinde Pölsler leitet das Ressort Stadtleben im Steiermark-Falter

Der kleine Unterschied

Werner Kogler, grüner Vize-Bundessprecher, macht jetzt, seufz, halt doch den Spitzenkandidaten für die Landtagswahl. Was bleibt ihm auch übrig, hat doch er den Grünen den Kabarettisten Jörg-Martin Willnauer als designierte Nummer eins eingebrockt. Und der hat nun das Weite gesucht. Warum Willnauer, der schon bei SPÖ und Liberalen angedockt hatte, plötzlich massenweise grüne Wähler herankarren sollte, blieb ein Rätsel. Die politischen Aussagen, die er seitdem getätigt hat, lassen sich an zwei Fingern abzählen.

Kogler ist als Frontmann gut zu gebrauchen, er ist schnell, angriffig und immer wieder witzig. Dass er jetzt aber herumzaudert, ob er nach der Wahl nach Graz kommt oder doch nicht – vielleicht wenn die Grünen in die Regierung kommen –, geht einfach nicht. Sich den Kandidatentitel umhängen, aber das Amt nicht machen wollen? Warum soll man einen wählen, der durchklingen lässt, dass ihn das Kleinklein hier selber nicht vom Hocker reißt?

Vielleicht tröstet es ja gepeinigte Grüne, dass auch das politische Gespür von SP-Chef Franz Voves schon einmal weniger wunderlich war: Erst macht er sich seinen Gratiskindergarten selber kaputt, indem er ihn auf einmal selbst nicht mehr so g’scheit findet. Diese Woche sprach der „Arbeiterbua“ auch noch seinem ÖVP-Kollegen Hermann Schützenhöfer das Recht zur Kritik an ihm ab – indem er dessen fehlenden Magistertitel ins Spiel brachte.

Laut Umfragen sind unter Pflichtschulabsolventen noch besonders viele Unentschlossene. Dort wird Voves’ Bildungsdünkelei ihm sicher viel dabei helfen, den Landeshauptmanntitel noch einmal zu holen.


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