Phettbergs Predigtdienst

Das Element, wonach wir hungern!

Steiermark | aus FALTER 16/10 vom 21.04.2010

Hermes Phettberg führt seit 1991 durch das Kirchenjahr

Am Samstag war der letzte Tag der zweimonatigen Installation (Konzeptkunst im wahrsten Sinn) des bildenden Künstlers Christoph Büchel in der Secession. Ich knie vor ihm! Fred, der Bruder des Künstlers, und Anne holten mich um 9 Uhr ab. Leider am letzten Tag, denn heute wird alles abgebaut. Der Swingerclub ist eine Art millimetergenaue Nachbildung eines realen, Tag und Nacht in Betrieb befindlichen Wiener Swingerclubs.

Kaum war ich in der Nacht heimzukriegen! Ein extrem junger Kerl hat mir sogar volle Pulle ins Gesicht gespuckt – mir zuliebe! Ich hab mich seither nicht gewaschen. Er ist Abonnent des Predigtdienstes und hat sich vorgenommen, wenn er mich je vors Gesicht kriegte, dann wird er diese soziale Tat tun! Ich weiß des Gentlemans Namen nicht, aber ich hab ihm meine Handynummer gegeben, sie steht eh auf www.phettberg.at. Er möchte eine Art Verfügungspermanenz mit mir treiben. Gentleman trug eine lange Kette mit durchsichtigen Perlen drauf. Oh, wie würde ich mir das wieder einmal wünschen. Doch Gentleman bezeichnete sich selbst als „hetero“ und kam nicht aus dem S/M-Bereich des Swingerclubs heraus …

Es waren extrem viele wunderhübsche Frauen und Männer anwesend. Ist es eine Art Reizung, denn ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass so ein attraktives Szenario täglich in Wien stattfände! Auch würde das all mein Geld aufbrauchen! Anne und Fred haben mich gestern bei allem freigehalten. Für Betuchte gibt es schon alles zu kaufen, aber ich bin ein einziger Volljammerer!

Ich hab noch mehr die Gewissheit, dass „er“ erigierte und abspritzte, wenn Gentleman ein bissl näher mich dranbleiben hätte lassen ... Mein Cipralex 10 berechnet exakt, ob die Wichsenergie sich auszahlen tät. Früher hab ich losgewichst, spritzte ab und war dem Sekundenschlaf verfallen. Jetzt ist mein Hirn gescheiter. Ich bin pumperlg’sund. All meine zehn Verfügungspermanenzen warten auf eine elfte! Ja, es kommt die Walpurgisnacht, wo wir alle hungern. Es gibt „Sex“ nur als „Kunst“: merkwürdig! Aber Würstlkaufen geht einfach so, da fehlt dazwischen die Hochschule für Pornografie und Prostitution mit dem Erkennen der karitativ-diakonalen Idee! Würstelkaufen aber ist gesetzlich reguliert … Genosse Jesu, tu!

Die ungekürzte Version des Predigtdienstes ist über www.falter.at zu abonnieren.

Unter www.phettberg.at ist wöchentlich neu zu lesen, wie Phettberg strömt


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige