Am Apparat

Telefonkolumne

Politik | aus FALTER 17/10 vom 28.04.2010

Warum hat Ihr Dorf Rosenkranz gewählt, Herr Wachter?

In einem einzigen österreichischen Dorf konnte Barbara Rosenkranz bei der Wahl die Mehrheit erringen. In Höll, einem Ortsteil der burgenländischen Gemeinde Deutsch Schützen-Eisenberg, in dem 40 Personen stimmberechtigt waren, erhielt die freiheitliche Kandidatin 62,5 Prozent der Stimmen. Hat der Ortsvorsteher Helmuth Poller (ÖVP) eine Erklärung dafür? Wir erreichen den Weinbauern auf seinem Traktor.

Herr Poller, wie erklären Sie sich den Sieg von Frau Rosenkranz in Ihrem Ortsteil?

Darüber reden wir nicht. Auf Wiederhören.

Wir versuchen es bei Franz Wachter, dem ÖVP-Bürgermeister der Gemeinde Deutsch Schützen-Eisenberg.

Herr Wachter, warum hätte Höll als einziger Ortsteil Österreichs Frau Rosenkranz zur Präsidentin gewählt?

Für mich ist es unerklärlich. Es hat sicher damit zu tun, dass es keinen ÖVP-Kandidaten gegeben hat. Wir werden das Wahlergebnis analysieren müssen.

In der Region leben angeblich verhältnismäßig viele Polizisten.

Ja, es gibt viele, die von einem Fachberuf zur Polizei gewechselt sind. Aber damit wird das nichts zu tun haben.

Deutsch Schützen-Eisenberg ist die Nachbargemeinde von Eberau?

Genau. Mit der Diskussion damals hat das aber auch nichts zu tun.

Ihr Ort befindet sich unweit der ungarischen Grenze …

Ja, aber wird sind sehr stolz auf unsere guten Kontakte.

Was sagen denn die drei SPÖler im Gemeinderat zu dem Ergebnis?

Der SPÖ-Parteiführer ist derzeit zu Besuch bei unserer Partnergemeinde Eisenberg in Thüringen.

Ist der FPÖ-Chef auch mit, der wird sich doch gefreut haben?

Der ist nicht mit. Unser Fußballverein feiert heuer sein 50-jähriges Bestehen. Deshalb hatten wir am Wahltag ein Spiel. Der FPÖ-Chef hat Stopper gespielt. Leider haben wir verloren.

Interview: Stefan Apfl


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