Wieder gelesen

Bücher, entstaubt

Wolfgang Zwander | Politik | aus FALTER 17/10 vom 28.04.2010

Die Politik der Geschlechter

Warum die gesellschaftliche Reglementierung der Geschlechter aufgelöst werden muss, damit Mann und Frau in Liebe miteinander leben können, davon handeln Essays der Wiener Frauenrechtlerin Rosa Mayreder, die zwischen 1905 und 1923 erschienen sind und nun im Mandelbaum-Verlag neu veröffentlicht wurden.

Das Buch ist eine hochpolitische Phänomenologie von Liebe, Sex und Gesellschaft. Mayreder stellt dar, warum starre geschlechtspezifische Rollenzuschreibungen nicht nur jede dauerhafte Liebesbeziehung verunmöglichen, sondern im Gegenteil den Hass und das Unverständnis zwischen Mann und Frau nähren. Die Emanzipation der Frauen dient nach Mayreder ebenso den Männern. Daran gemahnt auch ihr berühmtester Satz, der den letzten 500-Schilling-Schein zierte: „Die beiden Geschlechter stehen in einer zu engen Verbindung, sind voneinander zu abhängig, als dass Zustände, die das eine treffen, das andere nicht berühren sollten.“

Rosa Mayreder: Zivilisation und Geschlecht. Neuauflage 2010, Mandelbaum,240 S., € 19,90


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige