Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Herwig Höller | Politik | aus FALTER 17/10 vom 28.04.2010

Für Putin verlegten Wiens Russen den Tag des Sieges vor

Das hat schon Tradition. Wladimir Putin hat am Russendenkmal – es erinnert an die bei der Befreiung der Stadt 1945 gefallenen Rotarmisten – einen Narren gefressen. Der starke Mann Russlands kommt nach Wien und am Schwarzenbergplatz muss ein Kranz niedergelegt werden. Nach 2001 und 2007 auch vergangenen Sonntag. Diesmal assistierten Verteidigungsminister Norbert Darabos und Innenministerin Maria Fekter, der Platz war abgesperrt, und es ratterten Helikopter. An den Absperrungen standen handverlesene Russen, darunter drei Veteranen, denen Putin vor russischen Kameras 40 Sekunden lang Aufmerksamkeit schenkte. Und dann war er plötzlich weg. Und vor allem die jungen russischen Zaungäste stürmten zum Denkmal und legten Blumen nieder. Adrett gekleidet, teils mit dem neuerdings staatlich propagierten gelb-schwarzen „Georgsschleifchen“. Eigentlich macht man das erst am Tag des Sieges. Den feiern die Russen traditionell am 9. Mai.


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