Nachgetragen

Wien, Europa und die Welt. Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Politik | aus FALTER 17/10 vom 28.04.2010

Verbote statt Sozialarbeit: Wer hat Angst vor der Burka?

Julia Ortner

Vor dem Minarett haben wir uns gestern gefürchtet, jetzt ist die Burka dran. Pünktlich zum Wiener Wahlkampf zettelt Christine Marek, Chefin der Stadt-ÖVP, eine Debatte um ein Burkaverbot an. Eine Scheindebatte – nicht nur, weil in Österreich gerade einmal geschätzte 100 Frauen Burka tragen und weil eine Verbot sinnvollerweise wohl nur auf europäischer Ebene geregelt werden könnte.

„Man kann natürlich davon ausgehen, dass diese Verschleierung ein klares Signal für die Unterdrückung einer Frau ist“, sagt der Migrationsforscher Bernhard Perchinig. „Doch man sollte diese Diskussion nicht mit Restriktionsgedanken auf der Symbolebene belassen, sondern sich fragen: Wie kann man die Frauen unterstützen?“ Alle staatlichen Eingriffe in patriarchalische Familienstrukturen bergen nämlich ein großes Risiko in sich. Im Falle eines Burkaverbots etwa, dass Frauen dann gar nicht mehr das Haus verlassen dürfen. Man


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