Mediaforschung

Nachfragekolumne

Stefan Kluger | Medien | aus FALTER 17/10 vom 28.04.2010

„Stehen Sie mit Satanisten im Bunde, Herr Mayrhofer?“

Tu, was du willst“, fordert Mobilfunker 3 die Zuseher in der Fernsehwerbung auf – und bedient sich dabei einer Aussage des britischen Schriftstellers Aleister Crowley (1875–1947), der häufig als Begründer des modernen Satanismus bezeichnet wird. Warum verwenden die Werber ausgerechnet diesen Spruch? Wollen sie uns vielleicht zu Teufelsanbetern machen?

„Selbstverständlich hegen wir keine satanistischen Intentionen“, stellt Creative Director Chris Mayrhofer von der Münchener Werbeagentur Hello klar. „Natürlich sind wir bei unseren Recherchen auf Aleister Crowley gestoßen. Wir haben dann aber entschieden, den Satz trotzdem zu verwenden, da er so passend ist.“

„Tu, was du willst“ bezieht sich auf das große Angebot das Mobilfunkers. Im sogenannten „Meganetz“ können Kunden demnach problemlos fernsehen, mailen, facebooken und in ausgewählten Ländern wie Italien ohne Roamingkosten telefonieren und surfen.

Mit der Kampagne will 3 endlich die breite Masse der österreichischen Handynutzer ansprechen, anstatt lediglich technikverliebte Teenies für sich zu gewinnen.

Deswegen kommen in der Werbung Durchschnittstypen vor, die sich – zum Teil im Dialekt – über ihren neuen Handyvertrag unterhalten. Die Protagonisten könnten alle frisch aus der Fußgängerzone gecastet sein, meint Werber Mayrhofer: „Sie sind authentisch und erzählen entsprechend glaubwürdige Geschichten.“

Der Schmäh seiner Kampagne: Das Angebot von 3 ist so groß, dass manch ein Konsument schon wieder darunter leidet. Als Nebenwirkung der vielen Freiminuten bekommen die Werbefiguren zum Beispiel Heiserkeit, die vielen gratis SMS verursachen wunde Daumen. Teufelszeug also, diese verdammten Handys!


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