Ein Maulwurf mit Weitblick

Feuilleton | aus FALTER 17/10 vom 28.04.2010

Mord und Vision: „Un Prophète“ von Jacques Audiard ist ein Gefängnisfilm, der über die Mauern des Genres weit hinausblickt

Filmkritik: Michael Pekler

Im Grunde erzählt jeder Gefängnisfilm nur davon, den Ort des Geschehens verlassen zu wollen. Seit Jahrzehnten konzentriert sich etwa die klassische Variante des Genres auf die Flucht, sei es von der Teufelsinsel oder von Alcatraz.

Dann gibt es Filme, in denen das Gefängnis vor allem für jene von Bedeutung ist, die sich außerhalb der Mauern befinden: Vor allem amerikanische Todeszellendramen arbeiten sich regelmäßig am archaischen Ritual des Tötens ab, das in der modernen Gesellschaft weiterlebt.

Und schließlich gibt es noch Filme über das Gefängnis als „Herrschaftssystem“, in denen ein Neuling den leidvollen Prozess der Selbstbehauptung durchlaufen muss. Entweder man setzt sich in dieser Welt durch und verdient sich so die Freiheit, oder man scheitert eben an ihr.

Jacques Audiards „Un Prophète“ folgt diesem Muster der


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