Stadtrand

Urbanismuskolumne

Christopher Wurmdobler | Stadtleben | aus FALTER 17/10 vom 28.04.2010

Yeah, auf „die Jugend“ ist doch noch Verlass!

Junge Menschen, also die, die tatsächlich um die 16 sind und nicht bloß so aussehen, haben irgendwie ein ganz schlechtes Image. Man geht davon aus, dass Um-die-16-Jährige dumm, oberflächlich, ungebildet und ungezogen sind. Und ausgesprochen verfressen. Doch dann entdeckt man vor einem Schnellrestaurant eine Gruppe junger Menschen: Burschen und Mädchen, heftig diskutierend. „Nein nicht zum Mäcki“, sagt die eine. „Nicht schon wieder Sushi“, klagt der andere. Augenscheinlich handelt es sich um eine Gruppe junger und vermögender Töchter und Söhne. Und dann kommt’s: „Gehen wir doch zum Billa, kaufen ein paar Hendln und kochen uns ein Curry.“ Was ist denn da los? Kein Fast-Food, sondern selber machen! Nicht nur Pizza ins Rohr, sondern richtig kochen. Kann sein, dass es sich bei dieser Jungmenschengruppe um die Slow-Food-Nachwuchsabteilung gehandelt hat. Trotzdem gibt es Grund zur Hoffnung. Wer Curry kocht, kann nicht dumm, oberflächlich, ungebildet und ungezogen sein. Maximal verfressen. Und das ist voll in Ordnung so.


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