Gerendert aus der Asche

Stadtleben | aus FALTER 17/10 vom 28.04.2010

In zwölf Jahren Detailarbeit haben zwei Architekten die Synagogen Wiens wiedererrichtet. Zumindest virtuell

Bericht: Joseph Gepp

Zweihundert bis vierhundert Arbeitsstunden dauere es, sagt Herbert Peter, dann stehe eine Synagoge wieder.

Er klappt seinen Laptop auf und öffnet ein Bild, Brigittenau, Kluckygasse 11. Seit der „Reichskristallnacht“ vom 10. November 1938 existiert der dreischiffige Tempel mit den Zwiebeltürmen nicht mehr. Peter, 44, Architekturdozent an der Akademie der bildenden Künste, hält die Maustaste gedrückt und steuert durch ein Fassadenfenster ins Innere.

Ein Davidstern thront über dem Thoraschrein. Die gusseisernen Kurven des Stiegengeländers erinnern an Kleeblätter. Sogar Sonnenlicht, das ein kreuzförmiger Fensterrahmen viertelt, fällt von draußen über die Frauenempore. „Bis vor kurzem“, sagt Peter, „gab es von diesem Gebäude nicht mehr als einen Grundriss und ein paar vergilbte Fotos. Aber jetzt können wir, wenn wir die Quellen zusammenfassen,


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