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Grundkurs Kochen (74)

Stadtleben | aus FALTER 17/10 vom 28.04.2010

Kulinarisch ist im Bilde, wer es kennt, das Kraut, das wilde

Was? Sie regen sich tatsächlich auf, weil wir hier immer auf den Markt gehen und das Gemüse der Saison verkochen? Mancherorts nennt man unsere kleine Basiskombüse bereits „Gemüsekistl“? Pah! Wir müssen ja nicht auf den Markt gehen. Wir gehen einfach spazieren. Was man mit Bärlauch vom Wiener Waldrand anfängt, weiß schon jeder (Pesto, versuchen Sie Pesto, aber vergewissern Sie sich, dass es wirklich Bärlauch ist, den Sie da mit Olivenöl, hartem Käse, etwas Salz und vielleicht ein paar angerösteten Sonnenblumenkernen verhacken). Deshalb suchen wir auf Frühlingswiesen jetzt nach Wildkräutern. Junge Brennnesselspitzen sind noch einfach zu bestimmen, Löwenzahn und Gänseblümchenblüten auch. Ampfer oder Gundelrebe setzen vielleicht schon die Lektüre eines Bestimmungsbuches voraus – es zahlt sich aber aus.

Hat man sein Körblein vollgesammelt und ist wieder zuhause, sollte man mit der Zubereitung der Wildkräuter nicht lange fackeln: gut unter fließendem kaltem Wasser waschen und abtropfen. Wildkräutersalat böte sich an; zur Not kann man ihn mit „Kaufsalat“ strecken. Das Dressing sollte eher leicht und tendenziell neutral sein, um den feinen Wiesengeschmack nicht zu übertönen. Etwas Salz, Zitronensaft und Pflanzenöl gut miteinander verquirlt reicht meist schon aus.

Und lassen Sie sich nicht irritieren, wenn man sich über Sie lustig macht, weil Sie „Gras“ essen. Probieren Sie stattdessen Wildkräuterpesto aus. Das geht nämlich auch. cw


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