Theater Kritik

In der Endlosschleife des geprobten Aufstands

Steiermark | Teresa Falk | aus FALTER 17/10 vom 28.04.2010

Nach dem Stück ‚helden‘ von Ewald Palmetshofer und einem Stück Realität von 5heldInnen“, so der Untertitel, entwickeln das Theater t’eig und uniT in „heldInnen“ ein dramaturgisch klug gebündeltes Spiel auf unterschiedlichen Realitätsebenen, die, einer alles nivellierenden Demokratie, gleichberechtigt nebeneinander bestehen.

Das Stück, das in Graz nach einer ersten szenischen Lesung beim steirischen herbst 2005 und weiteren internationalen Aufführungen nun der Inszenierung Thomas Sobotkas sicherlich viel verdankt, wird fast zur Gänze nach der Textvorlage gezeigt. Nur an die Stelle eines kommentierenden Nachrichtensprechers tritt die Virtualisierung der Gegenwart. In dieser irrt ein Geschwisterpaar umher auf der Suche nach greifbaren Ursachen seiner Wut, klaren Gegnern und Rettung vor den liberalen Eltern. Jeglicher Gegenentwurf ist nur noch Agent einer scheinheiligen Aufklärung. In einer Welt, in der „es ihnen doch gut geht“ scheint Terror die einzige Antwort. Wobei auch die Wirklichkeit dieses finalen Akts mehr als fraglich bleibt.

Die Authentizität der Aufführung ist aber am besten in den Momenten erlebbar, wenn die (Laien-)Darsteller gekonnt zwischen Rollen wechseln, sich chorisch formieren oder geradewegs aus der konventionellen Szene heraus sich selbst darstellend Autobiografisches zum Besten geben. Die eigentliche Maskerade dieser Comichelden ist die Transparenz. Die gegen ein Publikum, dessen Engagement sich womöglich im Anschließen an Facebook-Gruppen erschöpft, gerichtete Tirade endet denn auch, von unvermeidbarer Ironie getragen, harmonisch. Ein beinahe zu gut gelungener Abend, der vom Publikum johlend aufgenommen wird.

Theater am Lend, Fr, Sa, Mi, Do 20.00


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