Kritiken

Döblin im Spielraum: eine Nacherzählung

Lexikon | Sara Schausberger | aus FALTER 18/10 vom 05.05.2010

In Alfred Döblins Roman sind es Kapitel, in Gerhard Werdekers Bühnenfassung von „Berlin Alexanderplatz“ durchnummerierte Szenen, in denen die Geschichte des frisch aus dem Gefängnis entlassenen Franz Biberkopf erzählt wird, der wieder anständig sein will. Berlin in der Zwischenkriegszeit ist allerdings kein guter Ort, um anständig zu bleiben, und Biberkopf wird prompt wieder ins Verbrechen gelockt. Szenen aus dem Film „Berlin, Sinfonie der Großstadt“ füllen die leere Bühne mit Bildern aus jener Zeit. Die Inszenierung ist zwar wenig innovativ, hält sich aber konsequent an das Romanvorbild. Wem die Lektüre zu lang ist, hier sind die 500 Seiten in 155 epischen Minuten auf der Bühne zu sehen.

Theater Spielraum, täglich außer So/Mo 19.30


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