Buch der Stunde

Wie zu leben und was zu wünschen sei

Lexikon | Klaus Nüchtern | aus FALTER 18/10 vom 05.05.2010

Hat die Schweiz viel heldenreiche Alpen, Käse und Butter und Freiheit, so hat sie auch Lawinen“, wird die Behauptung, dass jede Gegend über „ihr Liebes“, aber auch „ihr Leides“ verfüge, belegt; worauf der Eintrag „Schreckliche Unglücksfälle in der Schweiz“ seinem Titel auf verstörend systematische Weise gerecht wird: „eilf Personen (…) und 359 Häuptlein Vieh“ sind den Schneemassen zum Opfer gefallen, „gegen 30 Häuser und mehr als 150 Heuställe“ wurden zerstört. Die Moral, die sich von diesem – die wundersamen Rettungen ebenso wie die schrecklichen Schicksalsschläge verzeichnenden – Bericht abziehen lässt, ist so schlicht wie unabweisbar: „Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen.“

Die Geschichten, die der Pädagoge, Prälat und Politiker Johann Peter Hebel ab 1808 für den Kalender „Der Rheinische Hausfreund“ kompiliert hat, übersteigen und bestätigen das Konzept der Autorenschaft: Einerseits sind viele der Figuren, Motive und Stoffe


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