Musik Tipp Festival

Eine Dekade im Namen des Frühlings

Steiermark | Christoph Marek | aus FALTER 18/10 vom 05.05.2010

So schnell vergeht die Zeit: Das springfestival für elektronische Musik feiert heuer seinen zehnten Geburtstag. Was als kleines Rave-Get-together begann, hat sich im Laufe der Nullerjahre zu einem Festival mit internationaler Strahlkraft gemausert, das fünf Tage lang Graz zur Partyhauptstadt erklärt.

Die Jubiläumsausgabe des Festivals reflektiert die zunehmende Öffnung elektronischer Tanzmusik gegenüber Indie-Rock und Popmusik, die Mitte der Dekade einsetzte, mittlerweile State of the Art ist und sich in den vergangenen spring-Line-ups ablichtete. Das Festival eröffnet etwas poppiger und weniger ausgefallen als vergangenes Jahr, wo ja u.a. Fever Ray mit einer schrägen Avant-Ambient-Messe aufwartete: Mit The Asteroids Galaxy und Turboweekend aus Kopenhagen wird skandinavisches Pop-Bewusstsein als Psychedelic-Fassung und in der Indie-Dancepopvariante serviert. Headliner der Eröffnung sind Moderat, ein gemeinsames Projekt der Erfolgsbeatbastler Modeselektor und Apparat, die vergangenes Jahr eine kurzweilige Scheibe voll Melancholie-Techno für Ellen Alliens BPitch-Control-Label vorlegten.

Die echten Festivalhöhepunkte finden sich aber im Programm verstreut: So legt Theo Parrish, Enfant terrible der House-Musik, am Donnerstag in der p.p.c.-Bar auf, während am Haupttanzboden ein wunderbarer Abend für Connaisseure der elaborierten Beats stattfindet: Moritz von Oswald, Basic-Channel-Gründer und Grandseigneur des Dubtechno, trifft auf MC Tikiman; davor Kode 9, Hirn und Fadenzieher der britischen Dubstep-Szene, und Produzent Joker, der den Skweee-Sound – eine ursprünglich in Skandinavien geborene Mischung aus 8-Bit-Klängen und holprigem R ’n’ B – mit schneidenden Synthie-Riffs auf den Punkt bringt.

Kasematten, Mi 18.30 (Eröffnung)


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