Radikale Terroristinnen, grantige Lärmrabauken

Steiermark | Gerlinde Pölsler | aus FALTER 18/10 vom 05.05.2010

Boys on TV, boys on the moon, boys in the bars" – der „Boys overload" nervt die Wiener Band luise Pop unüberhörbar. Zuschauen und lauschen dürfen aber auch Boys, wenn Luise Pop am Samstagnachmittag beim Lendwirbel spielt. Ganz so streng ist es ja sowieso nicht mit den Buben: Sitzt doch einer sogar bei Luise Pop am Schlagzeug, es ist Andreas Spechtl von Ja, Panik. Die Texte des Trios sind teils rabiat (etwa wenn es um die nachtaktiven „Feminist Terrorists" geht), teils schweifen sie sehnsuchtsvoll in unbestimmte Fernen.

Vier „Bühnensituationen auf Augenhöhe" zwischen dem Südtiroler- und dem Lendplatz bespielen am Samstag nicht weniger als 28 Acts. Unter den Neueren ist das Grazer Quartett hella Comet, das erst heuer sein Debütalbum herausbrachte, durch das sich die Spur von Sonic Youth zieht. Unter den nicht mehr so Neuen dagegen killed by 9V Batteries, wo man verlässlich zornige laute Buben zu Ohren kriegt. Was man beim vielseitigen Wiener sir tralala alias David Hebenstreit kriegt, weiß man dagegen nie so genau: Mal geigt er bei der Indie-Wienerlied-Truppe Neigungsgruppe Sex, Gewalt und gute Laune, mal rockt er mit BulBul. Sein Elektropop ist berührend, seine Bühnenerscheinung manchmal unerwartet: mit Teufelshörnern garniert zum Beispiel. „Meine Stimme wird immer kaputter und kaputter, das geht schon seit zehn Konzerten so", ächzte er unlängst ins Mikro. Mal hören, wie sie sich seither entwickelt hat.

Vier Bühnen zwischen Südtiroler- und Lendplatz, Sa ab 12.00, www.lendwirbel.at


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