Wieder gelesen

Bücher, entstaubt

Politik | Wolfgang Zwander | aus FALTER 18/10 vom 05.05.2010

Wer’s nicht klar sagen kann

Wenn es um die Macht des Wortes geht, darf er nicht fehlen: Deutschlands „Sprachpapst“ Wolf Schneider. Er veröffentlichte so viele Bücher, dass es an Willkür grenzte, ein bestimmtes hervorzuheben. „Deutsch fürs Leben“ jedenfalls bietet eine kompakte Einführung in Schneiders Lehre. Der ehemalige Leiter der Henri-Nannen-Journalistenschule will vermitteln, dass gutes Deutsch vor allem eines sein soll: eine Plackerei für den Schreiber, nicht für den Leser. Schneider schwärmt von der Stärke einsilbiger Wörter, mahnt zum sparsamen Gebrauch von Adjektiven, lobt die Kraft der Verben, schimpft über „akademisch-bürokratischen Jargon“ und warnt vor Passivkonstruktionen. Die Intention des Buchs lässt sich mit Karl Popper wie folgt zusammenfassen: „Wer’s nicht einfach und klar sagen kann, der soll schweigen und weiterarbeiten, bis er’s klar sagen kann.“

Wolf Schneider: Deutsch fürs Leben. 2007, Rowohlt, 222 S., € 9,20


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