Der Ausverkauf Europas

Politik | aus FALTER 18/10 vom 05.05.2010

Der Fall Griechenland macht deutlich: Europa muss den Finanzmärkten zeigen, dass es entschlossen ist, den Euro zu verteidigen. Diese Entschlossenheit hat zu lange gefehlt

Analyse: Kurt Bayer

Es war vergangenen Mittwoch, als die Ratingagentur Standard & Poor’s griechische Staatsanleihen auf den Status von „Ramschanleihen“ hinunterbewertete. Auch die Anleihen von Portugal und Spanien stufte die Agentur herab.

Seither schlottern Politikern in ganz Europa und den Akteuren am Finanzmarkt die Knie. Der Grund: Die zuvor genannten Länder sowie Irland und Italien haben riesige Budgetdefizite aufgebaut und gleichzeitig explodieren ihre Staatsschulden. Griechenland hat etwa ein Minus von 13 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts. Portugal, Spanien und Irland je elf Prozent, Italien 5,5 Prozent.

Diese Zahlen sind jedoch seit mehr als einem Jahr bekannt. Warum also jetzt das große Heulen? Und was ist im System schiefgelaufen?

Zuerst einmal natürlich einiges in Griechenland selbst. Der südeuropäische


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