Chronologie einer Pleite: Griechenlands Weg ins Debakel

Politik | aus FALTER 18/10 vom 05.05.2010

2001: Griechenland tritt als zwölfter Staat der Eurozone bei – mit frisierten Haushaltszahlen.

Oktober 2009: Die neu gewählte Regierung korrigiert das Staatsdefizit des Landes drastisch auf 12,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts nach oben.

8. Dezember 2009: Die Ratingagentur Fitch setzt die Kreditwürdigkeit Griechenlands um eine Stufe herab.

14. Jänner 2010: Die griechische Regierung will sparen: Mit Steuererhöhungen und Einsparungen bei Beamten.

3. Februar 2010: Die EU-Kommission stellt den griechischen Haushalt unter ihre Kontrolle und verpflichtet Athen, regelmäßig Bericht zu erstatten.

3. März 2010: Die griechische Regierung beschließt ein weiteres Sparpaket. Durch Steuererhöhungen sollen 4,8 Milliarden Euro gespart werden.

11. April 2010: Die EU-Staaten einigen sich auf einen Rettungsplan für Griechenland. Im Notfall sollen in den nächsten drei Jahren 30 Milliarden Euro in das Land fließen. Zusätzlich wird der Währungsfonds bis zu 15 Milliarden Euro beisteuern.

27. April 2010: Die Ratingagentur Standard & Poor’s stuft Griechenlands Kreditwürdigkeit dramatisch herunter.

28. April 2010: In der Eurozone bricht Panik aus. Der Euro fällt auf 1,31 Dollar. Der Finanzbedarf Griechenlands ist noch höher als erwartet. Für Anleihen muss das Land mehr als elf Prozent Zinsen zahlen.

30. April 2010: Einzelheiten des drastischen Sparprogramms der griechischen Regierung werden bekannt. In Athen kommt es zu teils gewaltsamen Protesten.

2. Mai 2010: Die Finanzminister der Eurogruppe billigen das EU/IWF-Rettungspaket für Griechenland. Das Hilfspaket wird sich über drei Jahre erstrecken und ein Gesamtvolumen von 110 Milliarden Euro aufweisen.


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