Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Anna Sawerthal | aus FALTER 18/10 vom 05.05.2010

Die Arbeit hoch bei der MA 48: nach dem 1. Mai vor dem Rathaus

Das Lied der Arbeit ist verklungen, die Internationale hallt nur noch in manchen Köpfen nach. Vor der leeren Festbühne auf dem Rathausplatz hat Michael Nather, der Einsatzleiter der MA 48, das Kommando übernommen. Die orangen Kehrmaschinen drehen ihre Runden, einige Straßenkehrer kümmern sich um den Kleinmist. „Am mühsamsten ist es, die Flyer aufzupicken, die über den Platz verstreut liegen“, sagt Nather. Der Straßenreiniger Thomas kehrt gerade einen Zettel in seine Schaufel: „Fusion mit der FPÖ“ steht da oben, satirisch gemeint. Vor einer Stunde hat Kanzler Werner Faymann hier gefordert, „die Trümmer der Krise wegzuräumen“. Jetzt heißt es, den Müll des 1. Mai-Aufmarschs wegzuräumen. Während 15.000 Menschen den Worten von Faymann und Co lauschten, haben Nather und Herr Thomas den Ring geputzt. Nach einer Stunde ist der Platz blitzblank, am Nachmittag wird noch beim Burgtheater geputzt. Ab 17 Uhr ist das rote Wien wieder sauber.


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