Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 18/10 vom 05.05.2010

Wenn ich Richard Lugner sehe, werde ich ein bisschen traurig. Noch vor ein paar Jahren war er ein peinlicher, aber lebensfroher Kerl mit einem guten Händchen fürs Geschäft. Heute ist Lugner nur mehr ein alter, müder, jämmerlicher Mann. Schuld daran ist vor allem ein Faktor: die falschen Frauen. Wer sich „Die Lugners“ auf ATV anschaut (Start der 12. Staffel: 10.5., 20.15 Uhr), kann den Abstieg des Baumeisters direkt mitverfolgen. Von der herrischen Gattin „Mausi“, der biederen Versicherungsangestellten „Betti-Hasi“, der walkürenhaften Schuhladenbesitzerin „Käfer“, dem Schönheitsdoktorfan „Bambi“ bis hin zum schlecht beleumundeten „Katzi“ war es ein sehr weiter Weg. In den neuen Folgen kann man den armen Mann dabei bebachten, wie er zwischen Mausi und Katzi leidet – gegen die anderen Damen war die Exfrau ja doch irgendwie öffentlichkeitstauglich. Lugner und die Frauen, das ist so ähnlich wie die SPÖ und ihre Vorsitzenden: Viele Rote trauern heute noch ihrem Franz Vranitzky nach.


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