Eine „offene Probe“, die ziemlich fertig aussieht

Feuilleton | aus FALTER 18/10 vom 05.05.2010

Burgtheater-Direktor Matthias Hartmann hat „Krieg und Frieden“ inszeniert und behauptet, dass er damit noch nicht fertig ist

Reportage: Wolfgang Kralicek

Matthias Hartmann hat den größten Tisch von Wien ins Kasino bauen lassen. Das Bühnenbild (Johannes Schütz) für Hartmanns szenische Fassung von Tolstois 1500-Seiten-Roman „Krieg und Frieden“ besteht im Wesentlichen aus 50 grauen Tischen, die zu verschiedenen Formationen gruppiert werden.

Wenn sie alle zusammengeschoben werden, ergibt das eine Tafel, die den riesigen Raum (er wird der Länge nach bespielt!) zur Gänze quert. Keine Frage: Dieser Tisch ist ein Fall für das Buch der Rekorde.

Die Aufführung, die sich auf dem und um den Tisch herum abspielt, ist weniger rekordverdächtig. Dramatisierungen fetter russischer Romane haben seit Jahren Konjunktur, fünf Stunden Spieldauer (zwei Pausen inklusive) sind für einen solchen Abend keineswegs ungewöhnlich, und formal bleibt die Inszenierung deutlich hinter dem zurück, was etwa


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