„Ich bin Tarantino unendlich dankbar“

Feuilleton | aus FALTER 18/10 vom 05.05.2010

Die Schriftstellerin Iris Hanika über die Sakralisierung von Auschwitz und die Hilflosigkeit des Gedenkens

Interview: Erich Klein und Klaus Nüchtern

Vergangene Woche war die Schriftstellerin Iris Hanika in Wien zu Gast, um aus ihrem jüngsten Roman „Das Eigentliche“ zu lesen, der sich mit den Aporien und Abgründen unseres Umgangs mit den Naziverbrechen auseinandersetzt. Der Roman berührt eine seit Jahren und Jahrzehnten andauernde, mitunter hitzig geführte Debatte, in die sich Hanika mit satirischer Schärfe, aber ohne polemischen Überschwang und vor allem über den Umweg der Fiktion einbringt. Weil die Schriftstellerin eine rauchen wollte, fand das Gespräch auf der zugigen Freitreppe der Hauptbücherei statt.

Falter: Was ist Ihre liebste Todsünde?

Iris Hanika: Ich will doch keine Todsünde begehen.

Ja, eh. Aber …

Hanika: … die Wollust.

Unser aller liebste Todsünde.

Hanika: Gefolgt von der Völlerei.

Wie kamen Sie auf Akedia, die Trägheit des Herzens, die die spannendste, weil


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