Idealismus und dicke Brieftaschen

Feuilleton | aus FALTER 18/10 vom 05.05.2010

Der Brite Jasper Sharp hilft Neulingen dabei, sich zum verständigen Kunstsammler ausbilden zu lassen

Porträt: Nicole Scheyerer

Wie wurden Sie zum Kunstsammler?“, „Was war Ihr erstes Kunstwerk?“, „Welche Ihrer Arbeiten haben Sie am liebsten?“

Es sind diese penetrant wiederkehrenden Fragen, die Sammlerinterviews einen Topplatz unter den Feuilletonlangweilern sichern. Im Kunstmarktboom der Nullerjahre erschienen unzählige solcher Gespräche, meist mit reichlich Platz zur Beantwortung der Frage, „warum ich so großartig bin“.

Die Helden mit den dicken Brieftaschen avancierten zu den neuen Genies der Kunstwelt und machten den Kuratoren Konkurrenz bei der Trennung von Spreu und Weizen. Gleichzeitig erschien das Kunstsammeln in den Societyberichten über Messecocktails als oberflächlicher Distinktionssport.

Wie also sollte ein ernsthafter Sammler die Sache wirklich angehen? Mit seinem ambitionierten Programm Collective hat sich der Kunsthistoriker Jasper Sharp auf die Vermittlung

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