Bloß nicht cool rumstehen

Stadtleben | aus FALTER 18/10 vom 05.05.2010

Die junge Wiener Ausgehszene entdeckt, dass grantig schauen noch keine gute Party macht. Und wirft sich schrill in Schale

Reportage: Florian Obkircher

Samstag vor zwei Wochen. Es ist die erste laue Frühlingsnacht dieses Jahres, der Karlsplatz ist abgesehen von einem verliebten Pärchen, das Hand in Hand im Mondschein spaziert, menschenleer. In der Fußgängerpassage zwischen Resselpark und Bösendorferstraße packt ein Straßenmusiker sein Zeug zusammen, wenig später lässt der U-Bahn-Wärter das Gitter zum U4-Eingang herunter. Sperrstunde, Nachtruhe.

Nicht so gegenüber im Untergeschoß des Otto-Wagner-Pavillons vulgo Club U, dort hat der Spaß gerade erst begonnen. Im Inneren pocht der dumpfe Sound der Bassdrum eines Eurotrash-Hits, bunte Lichter blitzen durch die Glaswand ins Freie. Verschwitzte Tänzer kommen nach draußen, nehmen auf der Holzbank vor dem Club Platz, posieren ausgelassen mit Sektflaschen für Fotos. Ein im Gesicht gelb geschminkter Typ mit überdimensionalem Schnauzbart

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