Das Label war schön

Steiermark | aus FALTER 18/10 vom 05.05.2010

Die Modedesignerin Elisabeth Prantner führt die Produktionsmechanismen der Modeindustrie in einem Kunstprojekt ad absurdum

Vorbericht: Maria Motter

Unlängst hat Lisa D. etwas eher Ungewöhnliches getan: Sie hat ein blaues Langarmshirt, das sie vor Jahren gekauft hat, in eine Filiale von H&M in der Berliner Schönhauser Allee zurückgetragen und es dort zwischen neue Leibchen für Ein- bis Dreijährige gehängt. Viele zusätzliche Nähte zieren das Shirt, seit Lisa D. es erworben hat.

Dies war einer der Schlusspunkte eines Projekts, das Lisa D. – im bürgerlichen Namen Elisabeth Prantner – vor vier Jahren begonnen hat. Damals hat die Modedesignerin tausend Baby- und Kleinkindkleider in Dutzenden Berliner Filialen des schwedischen Textilkonzerns gekauft, um daraus siebzig Damenkleider zu mitteleuropäischen Lohnkosten zu fertigen. Diese Kleider hat sie mit dem Label „Boat People Ltd.“ versehen und vor drei Jahren in den Mittelpunkt einer Performance gerückt: Schauspielerinnen defilierten


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