Buch der Stunde

Biber lecken und Kakerlaken zählen in NYC

Lexikon | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 19/10 vom 12.05.2010

Nach vielen Jahren als verdienstvoller Übersetzer von Charles Bukowski, William S. Burroughs, J.G. Ballard und anderen tritt Carl Weissner (Jg. 1940) wieder mit eigenen Werken in Erscheinung. Hat er diese früher in seiner literarischen Erstsprache Englisch verfasst hat, ist er nun zum Deutschen übergewechselt. Nur beim Titel „Manhattan Muffdiver“ ist er inkonsequent. Aber womöglich wäre „Manhattan Mösenlecker“ nicht durchgegangen.

Bevor man zum guten Stoff gelangt, muss man durch die Einleitung von Fritz Ostermayer. Die grast etwas bemüht Dirty-Old-Man-Gemeinplätze ab und prahlt mit den vielen Achterln, die der Verfasser bei der Niederschrift intus hatte. Aufschlussreicher ist das Nachwort des Herausgebers Thomas Ballhausen, wenn es auch nicht an Jargon aus dem literaturwissenschaftlichen Seminar spart.

Dazwischen liegt ein als Roman ausgewiesenes Stück Literatur, das die Bastion gegen das konventionelle Erzählen verteidigt und eisern an der von Burroughs entwickelten Cut-Up-Methode


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