Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Klaus Nüchtern | aus FALTER 19/10 vom 12.05.2010

Wäre die Falter-Redaktion ein Italowestern, wäre a) die eine oder andere Stelle frei und b) die Rolle des Guten bereits besetzt. Wer in „Il buono, il brutto, il cattivo“ an zweiter und dritter Stelle käme, soll aus gruppendynamischen Gründen unthematisiert bleiben. Stefan Apfl aber wäre der Gute nicht nur, weil er dem Feuilleton eine Enthusiasmuskolumne spendiert und (im Unterschied zu seiner, wenn schon nicht bösen, so doch pflichtvergessenen Ressortkollegin – siehe S. 25) auch pünktlich abgeliefert, sondern vor allem, weil er am vergangenen Montag während des ärgsten Regenschauers einen Schirm organisiert und eine alte Dame auf der Straße aus ihrer misslichen Lage befreit hat.

„Il industrioso“ ist nicht vorgesehen, aber auf dem Gebiet der Emsigkeit kann es mit Sebastian Fasthuber (der insofern ein Dauerguter ist – „Il buono aeterna“?!) generell kaum wer aufnehmen. Allerdings war die jüngste Produktion selbst für unseren Mann in Wels mit Schreibbüro in Meidling (zum totalen Glam fehlte jetzt nur noch eine Destination: Wels – Meidling – Minsk hätte einen guten Klang) „molto speziale“. Fasthuber lieferte am Mittwoch, dem 5.5., um 10.49 Uhr eine Doppelrezension (S. 28), um 18.31 Uhr eine Kurzrezension für die Buchseite, welche am 7.5., 12.22 Uhr, um das „Buch der Stunde“ (beide: Falter:Woche, S. 21) ergänzt wurden, nachdem bereits um 8.36 Uhr eine Musikspalte (S. 32) eingelangt war, ehe die Aufmachergeschichte (S. 26 ff.) „leider erst“ am Montag geliefert werden konnte: 6.53 Uhr. Also gewisse, gnädig ungenannt bleiben sollende Kolleginnen könnten sich da eine dicke Scheibe abschneiden.


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