Europas Schub

Politik | aus FALTER 19/10 vom 12.05.2010

Wie Frontex Menschen außer Landes schafft. Porträt der umstrittendsten Agentur Europas

Bericht: Anna Sawerthal

Alles, was zurückbleibt, ist eine Geldbörse. Darin sind seine Videothekkarte, eine Copyshop-Karte, der Ausweis vom Bundesasylamt und eine Kontaktnummer von Asyl in Not. Jetzt ist Cletus B. weg. Vor sieben Jahren kam er nach Österreich, weil er, wie er angab, als Christ im Norden Nigerias von Muslimen bedroht wurde. Das Asylgesuch des Kapitäns der Sans Papiers (siehe auch Seite 38) wurde aber abgelehnt, eine Chartermaschine brachte ihn vergangene Woche nach Nigeria. Organisiert hat den Flug die europäische Grenzschutzagentur Frontex. Je nach Bedarf fliegen diese Chartermaschinen manchmal wöchentlich, manchmal einmal im Monat von Wien nach Georgien, in den Kosovo, nach Armenien, nach Kamerun oder eben nach Nigeria.

Neben Cletus B. saßen am Dienstag vergangener Woche 44 weitere Nigerianer an Bord, in ihren Taschen ein negativer Asylbescheid. Griechenland, Ungarn, Schweden und


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