Der grüne Josef

Politik | aus FALTER 19/10 vom 12.05.2010

ÖVP-Chef Josef Pröll bedient sich bei seiner Politik geschickt alter, schwarzer Werte. Wieder einmal

Analyse: Julia Ortner

Sie waren die Spinner, die Idealisten. Als der schwarze Landwirtschaftsminister Josef Riegler Mitte der 80er-Jahre von seiner Vision einer ökosozialen Marktwirtschaft sprach, wurden er und seine Mitstreiter belächelt – auch vom Wirtschaftsflügel der eigenen Partei. „Viele haben anfangs gemeint, das ist nur etwas für Gutmenschen, ein Konzept, das der ökonomischen Wirklichkeit nicht gerecht wird“, erinnert sich Franz Fischler, Ex-ÖVP-Landwirtschaftsminister und langjähriger EU-Kommissar. Heute, in Sparzeiten, kramt Parteichef Josef Pröll die Ideologie von damals hervor: Ökologie ist bei den Konservativen wieder en vogue.

Die ökosoziale Marktwirtschaft mit ihren drei Säulen Markt, soziale Gerechtigkeit und ökologische Verantwortung schien in den 80ern zu gewagt. Als ÖVP-Chef konnte Riegler die Idee trotzdem im Parteiprogramm verankern. Doch nach seiner


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