Als nachts Partisanen kamen, um die Kinder zu holen

Politik | aus FALTER 19/10 vom 12.05.2010

Von paranoiden Heerführern und grausamen Kindersoldaten: Wojciech Jagielskis exzellentes Buch über Ugandas Killing Fields

Rezension: Julia Kospach

In seinem Hotelzimmer im Acholi Inn, dem einzigen Hotel der kleinen nordugandischen Stadt Gulu, ringt der polnische Reporter Wojciech Jagielski um Worte. Er soll seinen nächsten Artikel schreiben und an die internationalen Medien schicken, für die er arbeitet. Uganda nennt er die „Killings Fields von Afrika“, er schreibt von unvorstellbaren Grausamkeiten und Strömen von Blut. Dann bricht er ab, erschöpft von den überfrachteten Phrasen, in die er sich verstrickt hat. Stattdessen geht er hinaus in die schwarze Nacht und beschreibt, was er sieht. Nachts gehört Gulu den Kindern, die mit der Dämmerung aus den umliegenden Dörfern zum Schlafen in die Stadt kommen. Vor fremden Kindern hat man Angst in Norduganda. Beim Anblick einer Gruppe von Kindern lassen Feldarbeiter alles stehen und liegen, und Autos geben Vollgas. Man rechnet mit dem


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