Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Martin Gantner | aus FALTER 19/10 vom 12.05.2010

Drogen in Wien: Der Karlsplatz wird „bereinigt“. Und dann?

Der Karlsplatz: Für viele ein unbehaglicher Ort. Schuld daran ist eine Gruppe Drogenkranker, die dort ihren Lebensmittelpunkt hat. Sie dealen, sie schlafen am Boden, sie wanken und führen dabei Hunde mit sich. Wie entschärft man den Hotspot, ohne den Kranken zu schaden? Innenministerin Maria Fekter sagte letzte Woche, die Probleme gehören endlich „bereinigt“. Der Umbau der U-Bahn-Passage sei Anlass dafür.

Das klingt ein wenig nach Kärcher-Politik. Doch Fekters Polizei arbeitet in Kooperation mit Drogenexperten der Stadt. Wien will die Szene in Richtung sozialer Einrichtungen verlagern, die derzeit massiv ausgebaut werden. Ob das funktioniert? „Man kann die Leute jedenfalls nicht in den Wienerwald vertreiben“, sagt Roland Reithofer vom Verein Wiener Sozialprojekte. Die Streetworker tauschen in einem Stützpunkt am Karlsplatz 4000 Spritzen jeden Tag. Wenn diese Arbeit behindert wird, hat Wien wirklich ein Problem.


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