Der Hirtenbrief vom Küniglberg

Medien | aus FALTER 19/10 vom 12.05.2010

Dorfers Donnerstalk: Wieso sich der ORF aus zweifelhaften Gründen für den richtigen Schnitt entschied

TV-Kritik: Martin Gantner

Geht es nach Karl Kraus, dann hat ORF-Pressechef Pius Strobl einfach alles richtig gemacht. Denn „Satiren“, so schrieb der Herausgeber der Fackel einst, „die der Zensor versteht, werden mit Recht verboten.“ Vergangene Woche geriet der ORF wieder in die Kritik. Und wieder, wie schon bei der umstrittenen Neonazi-Dokumentation „Am rechten Rand“, nicht für etwas, das auf Sendung gesagt wurde, sondern für etwas, das für 300.000 Fernsehzuschauer nicht zu sehen war.

Der Kabarettist Roland Düringer mimte bei Alfred Dorfer einen Bischof – den unehelichen Sohn von Papst Benedikt. In einer mäßig komischen Doppelconférence mit Dorfer sprach der Geistliche über den aktuellen Kirchenskandal. Was das Live-Publikum bei der Aufzeichnung der Sendung dann zu sehen bekam, fehlte in der vom ORF eine Woche später ausgestrahlten Version. In einer mehrminütigen


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