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Medien | aus FALTER 19/10 vom 12.05.2010

Dieser Wunderstift kann nicht schreiben – aber lesen

Prüfbericht: Thomas Vašek

Als Bücher- und Zeitschriftenmensch habe ich einen Traum: Ich lese unterwegs etwas Interessantes, doch statt mir die Passage mühsam zu notieren, hole ich meinen Zauberstab aus der Jackentasche, fahre damit schnell über den Text – und schon ist er gespeichert. Dann muss ich ihn nur noch auf mein externes Gehirn, also meinen Laptop übertragen. So einfach kann man schlauer werden. Vor vielen Jahren kaufte ich ein solches Wundergerät. Natürlich funktionierte der Wunderstift praktisch gar nicht. Der klobige Scanner machte beim Einlesen derart viele Fehler, dass ich den Text meist schon auswendig kannte, ehe das Gerät auch nur ein halbwegs befriedigendes Ergebnis lieferte.

Umso mehr freue ich mich über die revolutionären Fortschritte in der mobilen Scan-Technologie. Zum Beispiel gibt es den Scanstift Docupen von der Firma Planon (erhältlich über www.papyrus-gmbh.de bzw. Amazon). Das Modell X10 (ca. 428 Euro) kann sogar Farbe und verfügt über einen Flash-Speicher von 64 Megabyte, per Speicherkarte aufrüstbar auf bis zu 2 Gigabyte. Wenn man nichts Besseres zu tun hat, kann man mit dem Gerät also ein paar dicke Bücher einscannen. Über USB oder Bluetooth lassen sich die Daten auf den Rechner übertragen. Auf einem OLED-Display wird eine Warnung angezeigt, wenn man den Stift zu schnell über den Text führt. Die Software sorgt dafür, dass man trotzdem nicht wieder neu anfangen muss. Der Schönheitsfehler an dem Gerät ist leider der Preis. Schließlich kann der Docupen nix als lesen. Ich finde, wenigstens schreiben sollte er können.

Thomas Vašek ist Journalist und Buchautor in München


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