Nichts ist durchaus nicht nichts

Feuilleton | aus FALTER 19/10 vom 12.05.2010

Bernhard Strobel und Bjarte Breiteig opponieren mit ihrem Minimalismus gegen den erzählerischen Mainstream

Buchkritik: Sebastian Fasthuber

Ist es wegen deinem Vater?“, fragte sie. „Nein“, sagte er. „Ist es Maria? Ist es wegen dieser Maria?“ Er schüttelte den Kopf. „Was ist es dann?“ „Nichts, nichts“, sagte er.

Die Prosa von Bernhard Strobel (Jg. 1982) bezieht ihren Reiz aus der radikalen Reduktion. Dinge werden angetippt, Ereignisse angedeutet, vieles aber bleibt auch im Dunkeln. Die Leerstellen darf der Leser auffüllen. Es verhält sich ähnlich wie in der Musik, wo einige der genialsten Werke unter bewusstem Verzicht auf jedweden Zierrat entstanden sind. Schon klar, der Künstler könnte viel mehr und ganz anders – aber wozu?

Strobel zieht es vor, gewisse Dinge lieber nicht zu sagen und zu tun. Er bevorzugt das kurze Hinblenden auf eine Situation – etwa bei der Momentaufnahme einer Familie, die nach einem Begräbnis zusammenkommt, in „Sonntagsruhe“. Dass es hier


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