Bekenntnisse, den Vater betreffend

Feuilleton | aus FALTER 19/10 vom 12.05.2010

Der Sohn von Max Ophüls gibt mögliche Antworten auf eine indiskrete Frage

Antworten: Marcel Ophüls

Im Hotelzimmer über dem Central Park überprüft die französische Journalistin noch einmal, ob sich das Band in dem kleinen Sony, der vor uns steht, noch dreht. Sie zögert, scheint plötzlich befangen. Seit einer Stunde unterhalten wir uns über das politische Kino, über die Zusammenhänge zwischen Dokumentarfilm und ewigen Wahrheiten, und auf einmal hüstelt sie.

„Darf ich Ihnen eine persönliche Frage stellen?“ – Ich ahne schon, was kommt. Bei allen diesen Gesprächen, die immer dann stattfinden, wenn wieder einer dieser langen Dokumentarfilme anläuft, die meine Spezialität geworden sind, kommt das Thema irgendwann, meist gegen Ende, auf. Ich lächle höflich. „Wenn ich Ihnen antworten kann, Mademoiselle, gerne.“ – Sie zögert. Man könnte meinen, es sei jetzt an ihr, etwas zu gestehen. Aber als gute Journalistin überwindet sie schließlich ihre Skrupel:

„Der Sohn von


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