Die Gemeinsamkeit von Leinen und Literatur

Feuilleton | aus FALTER 19/10 vom 12.05.2010

„Die Frau mit den 5 Elefanten“ porträtiert eine außergewöhnliche Frau: die Dostojewski-Übersetzerin Swetlana Geier

Filmkritik: Michael Pekler

Man übersetzt das nicht ungestraft“, meint die alte Frau und lässt die Finger über einen Stapel Bücher gleiten. Fünf schwere Bände bilden diesen russischen Turm. Doch für eine Pause sei sie zu alt, meint Swetlana Geier, und außerdem sei sie dem Leben etwas schuldig.

Deshalb übersetzt sie seit vielen Jahrzehnten russische Literatur ins Deutsche. Seit den 90er-Jahren konzentriert sie sich auf die fünf großen Romane Dostojewskis. Ihre Übersetzungen gelten als bahnbrechend, ihr ist es etwa zu verdanken, dass „Schuld und Sühne“ zu „Verbrechen und Strafe“ korrigiert wurde.

Jeden Morgen bekommt Swetlana Geier Besuch von einer Dame, die auf einer altmodischen Schreibmaschine die ihr diktierten Übersetzungen geräuschvoll zu Papier bringt. Ansonsten liegt eine friedvolle Ruhe über dem gediegenen Arbeitszimmer und der gemütlichen


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