„Ich bin obsessed mit Sterben“

Feuilleton | aus FALTER 19/10 vom 12.05.2010

Die aus Slowenien stammende Sängerin Maja Osojnik ist eine der aufregendsten Musikerinnen der Stadt

Porträt: Klaus Nüchtern

Rot und schwarz. Zuerst die roten Wolken („Oblaki so Rdeci“), dann das schwarze Wasser („CÇrne vode“). „Als Nächstes“, scherzt Maja Osojnik, die glaubhaft behauptet, ihr eigenes Faible für Farben eben erst bemerkt zu haben, „muss ich wohl ein weißes Album herausbringen.“ Das würde insofern ganz gut passen, als Osojnik eingestandenermaßen nur Konzeptalben macht.

Wobei „Konzeptalbum“ in Bezug auf das seit kurzem vorliegende zweite Album der 33-jährigen Sängerin eher ein Understatement ist. Die 16 Stücke, die sie mit ihrer sechsköpfigen Band eingespielt hat, werden – wie schon das Debüt – noch immer von slowenischem Liedgut gespeist, weiten dieses aber doch stark ins Folkrockjazzelektronikimprovisatorische aus und schrecken auch vor einer 15-minütigen Eigenkomposition nicht zurück, in der es um eine multiple Persönlichkeit mit suizidaler

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