Ein trauriges Fest

Feuilleton | aus FALTER 19/10 vom 12.05.2010

Die Festwochen vergeben wieder einmal die Chance, sich für die Musik starkzumachen

Kommentar: Carsten Fastner

Schlechte Nachrichten aus Italien, das einmal das Land der Musik war. Vergangene Woche hat die Regierung mit einem handstreichartig durchgepeitschten Dekret den ohnehin nur noch 14 staatlich geförderten Konzert- und Opernhäusern des Landes ein vernichtendes Sparprogramm verordnet.

Die Bühnen reagieren mit Streik, der Minister bleibt hart, das Ende der klassischen Musik scheint so nahe wie nie zuvor in der Heimat von Monteverdi, Vivaldi, Puccini, Nono.

Im Zentrum dieses Kulturkampfes steht Stéphane Lissner, der Direktor der Mailänder Scala, und ringt um einen Sonderstatus für sein Haus – gegen die Regierung und gegen seine 13 Amtskollegen.

Eine verfehlte Kulturpolitik, ebenso sehr aber auch ökonomische und künstlerische Misswirtschaft der Bühnen haben den Musikbetrieb Italiens an den Rand des Ruins gebracht – finanziell und inhaltlich.

Die Scala ist das einzig verbliebene

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