Ein Jacuzzi für den Apollo von Bel Air

Feuilleton | aus FALTER 19/10 vom 12.05.2010

Der US-Künstler Mike Bouchet karikiert mit Eigenbaumarken den Coca-Cola-Imperialismus

Feature: Matthias Dusini

Wenn eine frisch geweißelte Wand von Dellen verunstaltet ist und der Architekt dennoch gut gelaunt daran vorüberschreitet, kann das nur heißen: Ein Künstler darf das.

Der in Frankfurt lebende Kalifornier Mike Bouchet installierte im neu eröffneten Kunstraum Bawag Contemporary einen Indoor-Golfplatz, der die perfektionistischen Ambitionen der Malermeister zunichte macht: Ein Ball nach dem anderen knallt gegen die Wand.

Als Kontrast zur „Figura serpentinata“ – so wurden im Barock sich windende Körperformationen genannt – des Golfers ruht im Raum eine große Holzskulptur. Die liegende Figur, faul wie eine Couchkartoffel, erinnert an eine jener Parkskulpturen aus den 50er-Jahren, die auch in heimischen Parks vor sich hinmodern.

Deren Vandalismuspotenzial aufgreifend, fordert Bouchet die Besucher auf, die Golfschläger auf dem Holzblock kaputtzuschlagen. Helmut Elsner, der


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