Papierlt in Wien

Stadtleben | aus FALTER 19/10 vom 12.05.2010

Der härteste Gegner des FC Sans Papiers ist die Fremdenpolizei. Ein Vereinsporträt

Reportage: Christoph Heshmatpour, Wolfgang Zwander

Es ist Training, doch fast niemand ist da. Acht Spieler des FC Sans Papiers sitzen in der Frühlingssonne auf der Terrasse des Sportzentrums Marswiese. Sie rauchen, trinken Bier aus Dosen und warten, obwohl sie wissen, dass wahrscheinlich niemand mehr kommen wird. In ihren besten Tagen waren sie 40 oder 50 Spieler. Mittlerweile haben viele von ihnen Angst, auf den Platz zu kommen.

Vor zwei Wochen umstellten rund 80 Polizisten die Sportanlage in Neuwaldegg, mitten im Wienerwaldgrün, oberhalb der letzten Villen des noblen Hernalser Cottages. Die Spieler des FC Sans Papiers hielten gerade ein Trainingsspiel ab. Es sei wie bei einem Antiterroreinsatz gewesen, berichten Augenzeugen einer anderen Mannschaft. Polizisten besetzten die Straße, blockierten alle Zugänge und brachen aus dem Unterholz des Waldes, der den Fußballplatz umgibt. Als Begründung für den


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