Fußball

Aktiv oder passiv? Das Abseits des Jahres

Glosse

Stadtleben | aus FALTER 19/10 vom 12.05.2010

Wolfgang Kralicek über das Treiben auf und neben dem Spielfeld

Durch einen umstrittenen Auswärtssieg bei Red Bull Salzburg hat Austria Wien die Meisterschaft vor der letzten Runde doch noch einmal spannend gemacht. Sogar Rapid hat jetzt wieder Chancen. Umstritten war der Sieg, weil Salzburg in letzter Sekunde ein Tor erzielt hatte, das zum Meistertitel gereicht hätte, wegen Abseitsstellung jedoch aberkannt wurde. Während alle Nicht-Austria-Fans ein „passives“ Abseits und deshalb ein reguläres Tor gesehen haben, verweist der Schiedsrichterausschuss der Bundesliga auf das Kleingedruckte im Regelwerk; von einer Fehlentscheidung könne jedenfalls nicht gesprochen werden. Der Streitfall zeigt erstens, was für ein Hund das „passive“ Abseits sein kann. (Sie wissen nicht, was „passives“ Abseits ist? Trösten Sie sich, das weiß keiner so genau.) Zweitens ist die Affäre ein gutes Argument gegen den oft geforderten „Videobeweis“. Wäre der erlaubt, wüsste man wahrscheinlich immer noch nicht, wie das Match ausgegangen ist.


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