Festwochen Tipp

Generation Ex: Theater aus Kroatien und Serbien

Lexikon | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 20/10 vom 19.05.2010

Unter dem Motto „Generation (Ex) Yu“ widmet sich die Reihe forum festwochen ff in diesem Jahr dem jungen Theater aus den ex-jugoslawischen Staaten. Fünf Produktionen sind zu Gast; Hauptspielort ist das Schauspielhaus, wo diese Woche die ersten zwei Gastspiele auf dem Programm stehen.

Sasa Asentic aus Novi Sad macht passenderweise den Anfang: Der junge Choreograf thematisiert in seiner Soloperformance „My private biopolitics“ (Di 20.00, Mi 21.30, Do 18.00) das Problem eines Künstlers vom Balkan, der sich fragt, wie er im Westen wohl am besten ankäme. „My private biopolitics“ kann mit der Doku-Performance „Will You Ever Be Happy Again?“ (Mi 18.00, Do 21.30) kombiniert werden, in der sich die in Amsterdam lebende Serbin Sanja Mitrovic an die Partisanenspiele ihrer Kindheit erinnert.

Fortgesetzt wird die Reihe mit dem düsteren Schauspiel „Suma blista“ aus Belgrad (31.5. und 1.6.) und mit der Revue „Turbo Folk“ aus Rijeka (4. bis 6.6.). Erst nach Redaktionsschluss des Festwochen-Programmbuchs wurde schließlich die kroatische Jugendtheaterproduktion „Generacija 91–95“ eingeladen, in der zwölf während des Balkankriegs geborene Burschen von einem Krieg erzählen, den sie nur aus Erzählungen kennen (13. und 14.6., Dschungel).

Ergänzt wird das Programm des forums durch zwei Kunstaktionen: Im Schauspielhaus kann an Spieltagen die Spielinstallation „Europoly“ besucht werden, in der Dejan Kaludjerovic die Monopoly-Regeln auf die Situation von EU-Immigranten überträgt. Und Alexander Nikolic vermittelt im Rahmen seiner Aktion „Bed and Breakfast“ Schlafplätze: Interessierte können einen Abend und eine Nacht im Kreis einer aus Jugoslawien stammenden Familie verbringen – Frühstück inklusive.

Schauspielhaus, 25.5. bis 6.6.


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