Tipps Pop

Wenn Kabarettisten ganz im Ernst Musik machen

Lexikon | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 20/10 vom 19.05.2010

Die Musik und das Kabarett sind Geschwister, die sich ein bisschen auseinander gelebt haben. Einerseits boomt das Musikkabarett – also jenes Subgenre, in dem Lieder oder Parodien im Mittelpunkt stehen. Andererseits aber ist das Kabarettlied beinahe ausgestorben – also jene Couplets, mit denen Kabarettisten ihre textlastigen Abende früher gerne auflockerten. Einige Kabarettisten leben ihre musikalischen Ambitionen stattdessen lieber separat aus.

Der u.a. als Mitglied der Hektiker und Duopartner von Michael Niavarani bekannte Viktor Gernot etwa ist diese Woche gleich drei Mal als Sänger zu erleben. Erstens tritt er am Freitag und Samstag im Orpheum mit seiner Band (Viktor Gernot & His Best Friends) und dem Programm „Bésame Mucho“ auf; zweitens präsentiert er am Mittwoch im Ronacher ein Herzensprojekt; Gernot war mit der Richard Oesterreicher Bigband im Studio und interpretiert auf der CD „My Bigband Dreams“ Klassiker des gepflegten Croonings, von „The Lady Is A Tramp“ bis „My Way“. Der ausgebildete Musicaldarsteller kann das; aber während man sich den Schmäh auf dem Album dazudenken muss, wird es live wohl auch was zu lachen geben.

Dass auch der steirische Kabarettjungstar Thomas Stipsits über eine musikalische Ader verfügt, war bislang unbekannt; in seinen Programmen singt er nicht. Diese Woche aber ist erstmals in Wien der Liederabend „Von Danzer bis Stinatz!“ zu erleben, in dem er sich als glühender Austropop-Fan outet. In klassischer STS-Besetzung (3 Männer, 3 Gitarren) spielt und kommentiert Stipsits seine Lieblingslieder, seine Bühnenpartner sind der steirische Musiker und Produzent Willi Ganster und Ulli Bäer, der Gitarrenvirtuose unter den Austropoppern.

Orpheum, Fr, Sa 20.00 bzw. Ronacher, Mi 19.30 (Gernot); Kulisse, Mo, Di 20.00 (Stipsits)


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