Vernissage

Als sich die Strichmännchen noch nicht verkauften

Lexikon | aus FALTER 20/10 vom 19.05.2010

Wozu noch eine Keith-Haring-Ausstellung? Die Strichmännchen des Amerikaners wurden seit seinem Tod 1990 so stark kommerziell ausgebeutet, dass man angesichts der Flut an Postern, T-Shirts und Uhren leicht die Überzeugung gewinnen kann, ohnehin schon alles über dessen Kunst zu wissen. Die Schau „Keith Haring 1978–1982“ stellt jedoch sein weniger bekanntes Frühwerk vor. Stark von Graffiti beeinflusst, hinterließ der Künstler 1980 seine ersten Kreidezeichnungen auf Werbetafeln in der New Yorker Subway. Haring glaubte an eine öffentliche Kunst für jedermann, nicht nur für die Eliten. Obwohl zu jener Zeit noch im künstlerischen Underground, zählte doch schon Andy Warhol zu den Mentoren des offen homosexuellen Künstlers.

Die mit dem Contemporary Arts Center Cincinnati erarbeitete Schau konzentriert sich auf die Zeichnungen, Skizzen- und Tagebücher, Videos, Flyer und Poster des umtriebigen Street Artist. Die Präsentation macht auch deutlich, wie häufig Haring für die Verwirklichung seiner interdisziplinären und politischen Ideen Kollaborationen mit anderen Künstlern einging. Am 28. Mai findet um 17.00 ein Ausstellungsgespräch mit Julia Gruen und Synne Genzmer. statt (in englischer Sprache). ns

Kunsthalle Wien Do 19.00; bis 19.9.


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